Das historische Bräustüberl
Der Ort Schönram, damals „Schönrein“, später „Scharram“ und „Scharramb“ wurde erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.
Im Jahr 1512 wird erstmals eine Tafernwirtschaft in Schönram schriftlich festgehalten, die vermutlich bereits wesentlich länger zuvor existiert haben dürfte. Zum Tafernrecht (vergleichbar mit einer frühen Gaststättenkonzession), die damals vom Landesherrn verliehen wurde, gehörten bestimmte Privilegien, die gewöhnlichen Wirtshäuser nicht zuteil wurde.
Dazu gehörten unter anderem auch das Recht zum Bierbrauen, Schnapsbrennen oder Brotbacken, wobei nicht alle Tafernwirtschaften diese Rechte hatten. Im Jahr 1622 ist dann erstmals von einer Braustätte die Rede, wobei auch hier gilt, dass vermutlich schon wesentlich früher Bier in Schönram gebraut wurde.
Sissy & Napoleon im Bräustüberl Schönram
“Wenn Mauern sprechen könnten…”
Nach vielen Besitzerwechseln, aufgrund von Streitigkeiten, erwarb Jakob Köllerer im Jahr 1780 die Brauerei Schönram und somit auch das Bräustüberl.
Seit damals ist die Brauerei durchgehend bis heute in Familienbesitz geblieben, wobei sich vor dem Zweiten Weltkrieg durch eine Heirat der Familienname von Köllerer auf Oberlindober geändert hat.
Schönram war seither der erste Postkutschen-Halt zwischen Salzburg und München. Viele berühmte und weniger berühmte Persönlichkeiten hielten in der historischen Braustätte an, um Pferde zu wechseln, sich zu erholen oder gar zu übernachten.
Von Napoleon Bonaparte sagt man, dass er gar vier Nächte in Schönram verbrachte. Kaiserin Sissy von Österreich hingegen war nur für einen Kurzbesuch in Schönram. Sie hinterließ jedoch einen Gästebucheintrag, welcher noch heute im Besitz der Familie Oberlindober ist.